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Zusammenfassung: RAW Compliance – Crypto Regulation Masterclass

Ella Qiang, Regional Manager der Bitcoin Association für Südostasien, kam zu einem zweistündigen Workshop von RAW Compliance zu den Herausforderungen der Finanzkriminalität im Bereich Compliance bei digitalen Assets. Der Workshop wurde als Teil 4 der laufenden Reihe der Crypto Regulation Masterclass von RAW Compliance abgehalten.

Neben Qiang nahmen einige Experten aus der Digital-Assets-Branche teil, darunter:

  • Scott Johnston, Head of Public Sector Operations (EMEA) bei Chainalysis
  • Alexandre Kech, CEO und Mitgründer von Onchain Custodian
  • Malcolm Wright, Chief Compliance Officer bei der 100x Group
  • Ian Lee, VP Business Development bei Merkle Science
  • Paul Marrinan, Head of Investigations bei INCA Digital
  • Dev Odedra, Director und unabhängiger AML-Experte bei Minerva Stratagem Consulting
  • Adebayo Tiamiyu, Experte für Prävention, Erkennung und Untersuchung von Finanzkriminalität

Der Workshop befasst sich umfassend mit dem Problem der Finanzkriminalität im Bereich der digitalen Assets und beleuchtete das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, zu einer Zeit, in der die Anzahl an illegalen digitalen Geldströmen drastisch zunimmt: Der Dollar-Wert von illegalen digitalen Geldströmen hat sich 2019 im Vergleich zu 2018 mehr als verdoppelt. Jedoch wird es – wie bereits zu Beginn des Workshops besprochen – immer schwierig, wenn auch nicht unmöglich bleiben, das Ausmaß der illegalen Aktivität im Digital-Asset-Ökosystem genau zu ermitteln.

Und nicht nur das, auch die Branche wird besser, wie Qiang zu berichten wusste:

„Ich denke, dass der allgemeine Trend in der Kryptobranche hin zu Rechtskonformität geht, auch wenn es noch Länder gibt, in denen Schlichtungsverfahren geführt werden – wie offen steht man Kryptounternehmen gegebenüber.“

„Für die Zukunft gehe ich davon aus, dass die nicht regulierten Plattformen aussterben werden, sobald einige Länder wie die USA, Singapur und Hong Kong begonnen haben, einen offiziellen Rechtsrahmen für die Regulierung verschiedener Arten von digitalen Asstes zu etablieren.“

„Die Länder, die die grundlegenden Fragen dazu, was ein Kryptoasset eigentlich ist – z. B. ob es sich um Eigentum handelt – bereits erörtert haben, haben einen zeitlichen Vorteil.“

Das Thema Geldwäsche tauchte im Verlauf des Abends immer wieder auf, einschließlich der Rolle von Digital Asset Mixing Services. Daten aus einem Chainanalysis-Bericht vom Beginn des Jahres zeigte, dass Cyberkriminelle sich auf eine sehr kleine Gruppe von Dienstleistern verlassen: 270 Einzahlungsadressen erhielten 55 % der illegalen Gelder.

„Der Zweck eines Mixers war schon immer, die Verbindung zwischen dem Geldeingang und dem Geldausgang zu trennen“, erläuterte Lee.

„Das anzuerkennen und gleichzeitig festzustellen, dass im Wesentlichen jedes Kryptowährungsunternehmen, das die Gelder seiner Kunden mischt, zum Mixer wird, bedeutet, dass jede Börse, jedes Unternehmen, jeder Marktplatz, die oder der Gelder sammelt und in einem Cold oder Hot Wallet hinterlegt, letztlich zum Mixer wird.“

„Man muss sich also fragen: Geht es um das Unternehmen , das den Mixing-Service anbietet oder um die Aktivität?

Das greift den roten Faden der Diskussion auf, nämlich die Frage, ob es fair ist zu sagen, dass digitale Assets an sich die Schuld tragen.

„Kryptowährungen sind pseudonym, das heißt, es gibt Möglichkeiten, um Adressen zu überwachen“, sagte Lee.

„Wenn man Geld waschen will, sollte man bei Bargeld bleiben.“

Malcolm Wright von der 100x Group stimmte Lee zu und ergänzte: „Wenn man die Verfolgbarkeit ausbaut, sich anschaut, wie Börsen KYC-Prozesse einführen – besonders jene mit On-and-off-Ramps, wird es viel schwieriger, verfolgbare Kryptowährungen für Finanzstraftaten einzusetzen. Dann sind sie nicht mehr der Mechanismus der ersten Wahl.”

Nichtsdestotrotz können digitale Assets in der jetzigen Form Straftaten auf verschiedene Arten vereinfachen. Lee wies darauf hin, dass Geldwäsche im Kontext von digitalen Assets genauerer Betrachtung bedarf: Mit Digital Assets kann man beispielsweise in der Regel Werte mit nichts als einer Zieladresse verschieben, ganz im Gegensatz zum traditionellen Banking, bei dem man weitere Angaben machen muss: BLZ, Abrechnungsstelle usw.

Unter sonst gleichen Umständen wird dadurch auch die Terrorfinanzierung erleichtert. Ein Terrorist mit einer Social-Media-Plattform muss seinen Followern nur eine Bitcoin-Adresse nennen, um Gelder zu erhalten.

Digitale Assets sind aufgrund ihrer Beschaffenheit auch anfällig für Hacks und weisen andere Schwachstellen auf als das traditionelle Bankensystem. Das liegt insbesondere an der großen Anzahl an Börsenplätzen, die in Boomphasen nahezu über Nacht auftauchen, wie beispielsweise im Jahr 2017.

„Viele der eingerichteten Börsen nutzen Lösungen von der Stange, was bedeutet, dass viele der eingerichteten Börsen nicht über die erforderlichen Compliance- oder Sicherheitsprozesse verfügten, um ihre Gelder zu schützen“, erklärte Lee.

Natürlich führen die Gespräche über das Problem illegaler Finanzierung innerhalb der Digital-Assets-Branche zu Überlegungen in Bezug auf Lösungen – und was unbedingt verstanden und anerkannt werden muss, ist, dass die Blockchain-Technologie diese Lösungen liefern kann.

„Bei der Bitcoin Association konzentrieren wir uns darauf, wie Blockchain als Technologie genutzt werden kann, um die Arbeit des Rechtsvollzugs und der Compliance-Experten zu erleichtern, was durchaus möglich ist – letztlich sind Bitcoin und Blockchain Ledger mit Zeitstempel“, sagte Qiang.

Die Bitcoin Association ist stolz darauf, ihre Experten und ihr Fachwissen der Digital-Asset-Community zur Verfügung zu stellen, wenn es darum geht, der enormen Herausforderung des Umgangs mit kriminellen Aktivitäten im gesamten Ökosystem zu begegnen. Weitere Informationen zu RAW Compliance und seiner Crypto Regulation-Masterclass finden Sie hier.

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