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Rückblick: Albany Law School’s Blockchain und Kryptowährung

Der Gründungspräsident der Bitcoin Association, Jimmy Nguyen, nahm an der Albany Law School’s “Blockchain and Cryptocurrency: The Legal Framework and Future Trends” teil, um die sich ständig weiterentwickelnde Schnittstelle zwischen dem Gesetz und der Blockchain-Technologie zu diskutieren. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Momente und Erkenntnisse einer gleichermaßen faszinierenden wie informativen Sitzung.

Die Podiumsdiskussion wurde vom stellvertretenden Dekan der Albany Law School und Direktor der Online-Programme, Will Trevor, moderiert. Neben Nguyen und Trevor waren vier weitere Diskussionsteilnehmer anwesend:

  • Debbie Hoffman, Lehrbeauftragte an der Albany Law School und Dozentin des bevorstehenden Graduate-Program-Kurses: „Understanding blockchain, cryptocurrencies and the law“
  • Sean Keefe, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Straight Up Capital
  • Daniel Stabile, Partner im Büro von Shultz & Bowen in Miami
  • Josh Garcia, Partner bei Ketsal

Trevor eröffnete die Sitzung, indem er Nguyen eine grundsätzlich wichtige Frage stellte: Was genau meinen wir, wenn wir über Begriffe wie Blockchain, Kryptowährungen und Bitcoin sprechen?

Die Frage scheint in einem Podiumsgespräch über Trends bei Blockchain und Kryptowährungen fast banal, ist aber ein notwendiger erster Schritt hin zu einer schlüssigen Konversation über das Thema, wie Nguyens erste Bemerkung verdeutlicht: dass er den Begriff digitale Assets dem Begriff Kryptowährungen vorzieht.

„Diese Begriffe klingen für die Menschen sehr neu, aber sie verbinden Konzepte, die schon seit langem existieren. Zunächst wurde versucht, elektronisches Bargeld zu schaffen, eine Möglichkeit, Werte über das Internet und mit digitalen Mitteln zu versenden“, sagte er.

„Blockchain ist einfach eine Art Ledger, ein Aufzeichnungssystem, in dem Zahlungstransaktionen, aber auch Daten aufgezeichnet werden, die zur Erstellung von weitaus leistungsfähigeren Geschäftsanwendungen wie Smart Contracts oder Token für andere Vermögenswerte verwendet werden können.“

Debbie Hoffman stimmte dem zu und bot noch genauere Definitionen an, indem sie erklärte, dass Blockchain und Kryptowährungen nicht gleichbedeutend sind – Blockchain bezieht sich auf das Protokoll, auf dem digitale Vermögenswerte basieren: „Wenn Sie sonst nichts über Bitcoin und Blockchain-Kryptowährungen wissen, sollten Sie in der Lage sein, zu erkennen, dass die Definition der beiden unterschiedlich ist.“

Indem er das Gespräch mit der großen Aufgabe begann, diese Definitionen zu liefern, führte Trevor auch eines der Hauptprobleme in der heutigen Welt der digitalen Vermögenswerte ein: Es gibt so viele. Sowohl Nguyen als auch Hoffman betonten in ihren Definitionen, dass der Begriff „digitaler Vermögenswert“ oder „Kryptowährung“ nur sehr wenig über die Fähigkeiten der zugrunde liegenden Technologie aussagt.

Trevor zog einen Vergleich mit der Betamax-VHS-Phase des Heimvideos, in der es viele konkurrierende Formate gab und nicht nur eine einzige VHS-Ära, die dann folgte. Durchlaufen digitale Vermögenswerte und Blockchains eine ähnliche Phase? Werden wir zu einem Stadium kommen, in dem wir eine akzeptierte, standardisierte Form der Kryptowährung haben?

„Das muss man nicht“, bot Josh Garcia an. „Die Branche ist sehr dynamisch. Wenn sie ein Problem sieht, greift sie es mit einer technischen Lösung an. Und so wurde dieses Problem erkannt, und es gab mehrere Projekte, die an so genannten Cross-Chain- oder Intra-Coin-Protokollen arbeiteten, so dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, ob man das eine oder das andere benutzt.“

Suche nach Klarheit

Ein großer Teil der Diskussion wurde durch online gestellte Fragen gelenkt, was zwei Vorteile mit sich brachte: Nicht nur, dass die Diskussion auf dem Podium für das Publikum relevant blieb, auch die Fragen selbst gaben einen Einblick in die Anliegen der Gemeinschaft in diesem Bereich. Einige waren rein praktischer Natur – („Wenn ich Bitcoin kaufe und sie dann verwende, um etwas anderes zu kaufen, habe ich dann steuerlich gesehen einen Gewinn oder einen Verlust?“), während andere viel komplexer und esoterischer waren.

So brachte beispielsweise eine Frage aus dem virtuellen Publikum das Podium zum Kern der Diskussion: Ist die Nutzung digitaler Assets legal? Wie werden sie reguliert? Wer reguliert sie? Wie erfolgreich ist diese Regulierung? Gibt es derzeit wichtige Gesetzesinitiativen?

„Ist es legal? Wenn man diese Frage stellt, gibt es viele Wenns und Abers“, erklärt Hoffman. „Überall auf der Welt gibt es Gesetze, die Kryptowährungen auf unterschiedliche Weise regulieren. Ich denke dabei an die Geldüberweisungsgesetze, weil das die grundlegendste Art ist, darüber nachzudenken, aber es gibt noch viele andere Gesetze, die ins Spiel kommen: Wertpapiergesetze, Steuergesetze – wenn man alle verschiedenen Aspekte von Gesetzen durchgeht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie sie angewendet werden können. Wir haben in den USA noch nicht unbedingt eine große Vielfalt an Orientierungshilfen.“

Daniel Stabile griff den Punkt auf und ergänzte: „Bestimmte Formen der Nutzung von Kryptowährung sind illegal – man darf sie nicht nutzen, um Menschen zu erpressen. Wichtiger für den Zweck dieser Diskussion ist jedoch, dass verschiedene Unternehmen, die mit Kryptowährungen zu tun haben, auf unterschiedliche Weise reguliert werden, je nachdem, was sie machen.“

„Ich denke, der allgemeine Trend geht dahin, dass die Regulierungsbehörden anerkennen, dass wir über den Kipppunkt hinaus sind und dass die Blockchain-Technologie uns erhalten bleiben wird… Nach und nach werden wir da mehr Klarheit sehen.“

Ein interessanter Hintergrund der Diskussion sind Anmerkungen der neuen US-Finanzministerin, Janet Yellen, die in den ersten Monaten des Jahres immer wieder betont hat, dass die missbräuchliche Verwendung dieser Assets ein wachsendes Problem ist, weil digitale Währungen zur Finanzierung von Terrorismus und zu Geldwäschezwecken genutzt werden. Zur Verwendbarkeit sagte Yellen, dass Bitcoin eine ineffiziente Form der Verarbeitung von Transaktionen sei. Während die gesamte Branche den Atem anhält und auf den neuen Regulierungsrahmen wartet, den die Biden-Regierng einführen könnte, sollte man genau auf die Anmerkungen Yellens hören.

„Ich stimme Janet Yellen absolut zu, wenn sie sagt, dass Bitcoin zur Verarbeitung von Transaktionen ungeeignet ist“, sagte Nguyen.

„Wenn sie BTC meint, hat sie recht. BTC ist dabei das dominante Tickersymbol für Bitcoin, das man in den Nachrichten sieht, weil es im Wert um 50.000 USD gestiegen. BTC ist ineffizient, weil die Bitcoin-Protokollentwickler, die die Kontrolle über das Netzwerk übernommen haben, sich gegen die Skalierung des Netzwerks entschieden haben, sodass es durchschnittlich lediglich sieben Transaktionen pro Sekunde leisten kann.“

„Aus diesem Grund haben wir die Verbreitung vieler anderer Versuche von digitalen Währungen: weil sie die Transaktionskapazität klein gehalten haben.“

Keefe vertritt eine etwas andere Sichtweise: „Ich sehe Bitcoin als eine Art Startrampe für Einzelpersonen und Unternehmen in Richtung digitale Transaktionen. Es ist definitiv ineffizient, aber seien wir mal ehrlich: das ist Papiergeld für Transaktionen ebenfalls.“

Überlegungen zum Datenschutz

Ein weiteres Diskussionsthema war der Datenschutz. Einer der häufigsten Kritikpunkte an digitalen Vermögenswerten und Blockchains (ob zu Recht oder zu Unrecht) sind die Auswirkungen der (allgemein angepriesenen) Datenschutzfunktionen. Wie kann ein anonymes Transaktions-Ledger z. B. an Geldwäschevorschriften und KYC-Anforderungen gebunden werden?

„Als Unternehmen, das das Geld anderer verwaltet, befindet man sich in einer Welt, in der man sich an Geldwäschevorschriften halten muss“, erläuterte Garcia.

„Es gibt eine ganze Reihe von Melde- und Aufbewahrungspflichten, die man zu erfüllen hat, unabhängig davon, ob es sich um Fiatgeld handelt oder nicht.“

„Auf der anderen Seite ist da die Frage nach dem Datenschutz. Das ist ein wenig kompliziert, wenn man über Anonymität im Bereich Kryptowährungen oder Blockchain-Technologie spricht. Es ist nicht wirklich anonym, eher pseudonym, das heißt, so als würde man in einem Kontoauszug den Namen schwärzen, aber die Kontonummer stehen lassen. Wir wissen, dass die Bank weiß, dass die Kontonummer mit einem Namen verbunden ist, das heißt, die Nummer ist das Pseudonym für das Konto. Hier ist es genauso.“

„Eine entscheidene Frage stellt sich – weniger in Bezug auf US-Recht, als unter den europäischen Datenschutzgesetzen – und zwar die Frage: Wann werden anonyme Zahlen- und Buchstabenstränge zu personenbezogenen Daten oder zu Informationen, die so wichtig sind, dass sie unter den entsprechenden Gesetzen zu schützen sind?“

Nguyen stimmte zu und betonte, dass dieses Problem mit der Zeit immer dringlicher wird, weil immer mehr neue Anwendungen Daten als Blockchain speichern. Er nannte dazu ein Bitcoin-SV-Beispiel: EHR Data.

„[EHR Data] baut eine Plattform für elektronische Gesundheitsdaten auf der Bitcoin-SV-Blockchain auf, um Ihnen als Patient mehr Kontrolle über Ihre eigenen Daten zu geben. In den USA verbleiben unsere Gesundheitsdaten bei den jeweils unterschiedlichen Anbietern. ndem sie an einem Ort konsolidiert werden, um Ihnen zu ermöglichen, kleine Beträge von Bitcoin SV-Mikropayments zu leisten, indem sie Unternehmen erlauben, den Patienten für den Zugang zu den Daten zu bezahlen.“

Selbst bei der Frage, wie sich Blockchain und digitale Vermögenswerte in das Gesetz einfügen, gibt es so viele Möglichkeiten, die es wert sind, diskutiert und erforscht zu werden. Die Tatsache, dass wir uns hier weitgehend auf unbekanntem Terrain bewegen, kann Anlass zur Vorsicht sein, stellt aber auch die Chance dar, Neuland zu kartografieren.

„Das Interessante an diesem neuen Rechtsgebiet ist, dass es bisher keine Antworten und [noch] zahlreiche Möglichkeiten für Rechtsanwälte gibt, zu wachsen und zum Finden der Antworten beizutragen“, so Hoffman.

Zukünftige Trends

Zum Abschluss bat Trevor die Teilnehmer um die Beantwortung einer letzten Frage: Welchen Schlüsseltrend sollten Rechtsanwälte und andere ins Auge fassen?

Debbie Hoffman: „Kontinuierliche und innovative Verwendungsmöglichkeiten. Jeden Tag sehen viele von uns es in der Praxis und denken „wow, wer hätte das gedacht?““

Josh Garcia: „Es ist unmöglich vorauszusagen, aber kurzfristig werden sicher NFTs das gesamte Ökosystem beeinflussen und es wird immer mehr dezentralisierte NFT-Transaktionen geben.“

Daniel Stabile: „Dezentralisertes Finanzwesen im Allgemeinen; Finanzinstitutionen als Vermittler aus Finanztransaktionen herausnehmen.“

Sean Keefe: „Ich greife den Punkt der Dezentralisierung auf. Wir sehen jetzt die ganze Macht des Internets und die Globalisierung dessen, was Kryptowährungen und Blockchains leisten können.“

Jimmy Nguyen: „All diese Trends sind gut und wichtig und lassen sich zu der Botschaft zusammenfassen, dass wir uns Folgendem öffnen müssen: die Technologie von Blockchain und digitalen Währungen befeuert die Macht der Daten. Das Bitcoin-Protokoll ist ein Datennetzwerkprotokoll, genau wie das IP-Protokoll, das zur Befähigung des Internets erschaffen wurde. Sobald man sich dafür geöffnet hat, kann man sich dem großartigen Potenzial öffnen, das hinter Blockchain und allen Formen digitaler Währungen steckt.“

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