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Bitcoin SV – Der regulierungsfreundliche Bitcoin

Von Jimmy Nguyen

Gründungspräsident, Bitcoin Association

Bitcoins Blockchain ist ein unveränderbarer Ledger von Transaktionen und Daten.  Das System bietet seinen Nutzern Pseudonymität, der Ledger selbst ist aber transparent und überprüfbar.   Der Grund dafür ist, dass Bitcoin geschaffen wurde, um für mehr Ehrlichkeit in Regierungen, Unternehmen und Finanzangelegenheiten zu sorgen.  (Lesen Sie das Bitcoin-Whitepaper und Sie werden sehen, dass es das Wort „honest“ (ehrlich) 15-mal verwendet.)  Bitcoin soll mehr Licht, nicht Dunkelheit, in die Welt bringen.   Leider unterstützten frühe kommerzielle Verwendungszwecke – wie der Online-Schwarzmarkt Silk Road – kriminelle Aktivtäten.  Und zahlreiche frühe Kryptoenthusiasten hatten eine nonkonformistische, gar kryptoanarchische Einstellung und beförderten die falsche Idee, dass Bitcoin regierungsfeindlich sei. 

Ich habe einen gesunden Respekt für Gesetze.  Ich war über 21 Jahre lang Rechtsanwalt in den USA und habe großen Unternehmen und Tech-Startups geholfen, bei ihren Geschäften im Internet und auf anderen digitalen Plattformen die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.  Meine Karriere auf juristischem Gebiet hilft mir, die praktischen Herausforderungen zu verstehen, vor denen Unternehmen stehen, wenn die Bestimmungen in neuen Umgebungen unsicher sind, so wie dies derzeit für Bitcoin und Kryptowährungen der Fall ist.   Darum weiß ich, dass die Bitcoin-Industrie wachsen wird, indem sie mit dem und nicht gegen das Gesetz arbeitet.  Damit Bitcoin global Verwendung findet, brauchen Unternehmen und Verbraucher Vertrauen, dass ihre Währung und die Blockchain rechtssicher verwendet werden können. 

Was bedeutet das nun in der Praxis?  Für mich und andere im BSV-Ökosystem bedeutet das:

1. Die Bitcoin-Transaktionen der Nutzer sind vertraulich, aber sie sind nicht anonym.

Bitcoin-Transaktionen sind pseudonym, aber nicht anonym.  Andere Kryptoprojekte wollen Coins entwickeln, die „anonymere“ Transaktionen erlauben.  Aber Anonymität führt – gerade im Zusammenhang mit Geld – zu illegalen Aktivitäten und das ist das Gegenteil von dem, wofür Bitcoin erschaffen wurde.  Bitcoin-Transaktionen sind zwar pseudonym, aber sie sind eine denkbar schlechte Wahl zum Durchführen illegaler Aktivitäten, weil die Beweise in der Blockchain permanent gespeichert werden.

2. Börsen, Custodial Wallets und andere Dienstleister müssen die Regelungen zum Identifizieren Ihrer Kunden (KYC) und zur Verhinderung von Geldwäsche (AML) einhalten. 

Wenn Sie ein Bankkonto eröffnen oder Geld überweisen, müssen Sie Informationen zu Ihrer Identität angeben.  Diese KYC- und AML-Anforderungen sollen Geldwäsche und illegalen Geldtransfer verhindern.  Aber in der Kryptowelt gibt es Nutzer, die solche Anforderungen beim Eröffnen von Konten oder Anlegen von Wallets nicht mögen, und viele Dienstanbieter zeigen Widerstand, da diese Regeln für Reibung bei der Kundenakquise sorgen.  Aber die juristische Entwicklung macht es zunehmend klarer, dass die Gesetze für Gelddienstleistungen – welche die Einhaltung der KYC- und AML-Richtlinien erfordern – auch für Kryptobörsen, Custodial Wallets und bestimmte andere Dienstleister gelten.

In den USA greift wahrscheinlich der Bank Secrecy Act und die zugehörigen Regularien.  In den G20-Ländern müssen Börsen den AML-Standards und CTF-Regeln (zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung) der Arbeitsgruppe „Finanzielle Maßnahmen gegen die Geldwäsche“ genügen.  Vor Januar 2020 müssen Börsen in der EU der 5. Geldwäschebekämpfungsrichtlinie (AMLD5) genügen – die Börsen wie Finanzinstitute behandelt und verlangt, dass sie Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden wahrnimmt und verdächtige Aktivitäten (SARs) meldet.  

Andere Kryptolager werden mit solchen Anforderungen zu kämpfen haben.  Bitcoin Core (BTC) setzt seine Hoffnungen zum Beispiel auf das Lightning Network, das spezielle Nodes verwendet, um Zahlungskanäle zu bilden, die wahrscheinlich den Gesetzen für den Zahlungsverkehr unterliegen.  Alternative Coins, die „Anonymitätsfunktionen“ bieten (besser als „Dark Coins“ zu bezeichnen), versuchen, Nachverfolgbarkeit zu vermeiden.  Ihre juristische Zukunft ist düster. Im Vergleich dazu baut BSV jetzt ein Ökosystem auf, das auf Gesetzestreue ausgerichtet ist.  Darum wird BSV nicht in der kleinen Welt der Krypto-Hobbyisten enden, sondern ist auf dem besten Weg zur globalen Verwendung.

3. Kryptowährungsbörsen sollten lizenziert werden und brauchen eine Aufsicht zum Schutz der Anleger.

Kryptowährungsbörsen müssen reguliert werden, damit sie nicht zu Winkelbörsen werden, die einen glücksspielähnlichen Handel mit zahlreichen fragwürdigen digitalen Assets ermöglichen.  Regulatorische Aufsicht ist auch notwendig, um Investoren zu schützen – zum Beispiel, um Wash-Trading zu verhindern, das das angebliche Volumen einer Exchange künstlich aufbläht; um sicherzustellen, dass Exchange-Betreiber ihre eigenen Fiat- und Krypto-Assets von denen der Kunden trennen (um ein weiteres QuadrigaCX-Debakel zu verhindern); und um zu verhindern, dass Exchanges willkürlich einen Coin aus dem Angebot nehmen und globale Investoren dieses Assets unfair benachteiligen. Dies ist zum Beispiel passiert als Binance und einige andere Exchanges im April 2019 BSV aus dem Angebot nahmen, nur weil ihnen persönlich die rechtlichen Schritte des prominenten BSV-Unterstützers Dr. Craig Wright nicht gefielen.  Börsen schaffen den öffentlichen Marktplatz für die Assets der Investoren und sollten an vernünftige Standards gebunden sein, damit sie diesen Vermögenswerten nicht auf unfaire Weise schaden.

4. Aussteller von Token sollten die geltenden Wertpapiergesetze einhalten.

Der Wahnsinn um Initial Coin Offerings (ICO) im Jahr 2017 führt nun zu behördlichen Durchsetzungsmaßnahmen, und das zu Recht.  Bei den meisten dieser ICOs handelte es sich um nicht registrierte Wertpapierangebote, die den Wertpapiergesetzen nicht entgehen sollten, nur weil die angebotenen Token auf Ethereum oder anderen Krypto-Plattformen erstellt wurden.   In der Welt von BSV wollen wir keinen Ansturm auf Token, die schnell reich machen und keinen echten Wert haben.  Stattdessen setzen wir auf die Tokenisierung von Vermögenswerten aus der realen Welt und die Schaffung von Token mit echtem Nutzen.  Nicht für alle Token gilt das Wertpapierrecht, aber sollte es anwendbar sein, muss es auch eingehalten werden.  

Das ist ein wichtiger Grund, warum das Team von Tokenized den mit 5 Mio. Pfund dotierten Preis des Wettbewerbs von CoinGeek zur Entwicklung eines Protokolls zur Tokenisierung für BSV gewonnen hat.  Die Tokenized-Lösung ist nicht nur technisch ausgereift, sondern ermöglicht es einem Token-Emittenten auch, die Gesetze in den Ländern, in denen er tätig ist, problemlos einzuhalten. So können Emittenten beispielsweise Token nachverfolgen, einfrieren und zurückfordern sowie den Sekundärhandel auf zugelassene Investoren und/oder Investoren aus bestimmten Ländern beschränken. Das ist klug, geschäftsfreundlich und steht für den Ethos von BSV.

Ein weiteres Beispiel für diesen Ethos ist Float SV, das im April 2019 als neue Form des Austauschs digitaler Assets auf den Markt kam.  Float SV ist nicht nur ein klarer Unterstützer von BSV, sondern wirbt auch ausdrücklich damit, eine „Börse für digitale Assets“ zu sein, die „nur tokenisierte reale Vermögenswerte unterstützt“.  Ich freue mich auf den Tag, an dem BSV-basierte Token von realen Werten – wie Rohstoffen oder Finanzinstrumenten – auf Float SV und anderen gleichgesinnten Börsen gehandelt werden.

5.  Stablecoins sollten durch verifizierbare und überprüfbare reale Geldmittel oder liquide Mittel gedeckt sein. 

Stabil – Stablecoins sind ein beliebter Trend, aber wir brauchen eine Aufsicht, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich durch reale Werte gedeckt sind.  Die Ermittlungen des New Yorker Generalstaatsanwalts gegen Bitfinex und Tether haben gezeigt, dass der „Stablecoin“ USDT nicht zu 100 % durch Vermögenswerte gedeckt ist, deren Wert der Gesamtmenge der geminten Coins entspricht, und schon gar nicht durch liquide Vermögenswerte von verlässlichem Wert. 

Viele Beobachter sind der Meinung, dass Tether-Coins dazu verwendet wurden, um den Wert von BTC künstlich in die Höhe zu treiben – auch während des verrückten Bull Runs 2017 – und um den BTC-Markt unangemessen zu beeinflussen.  Das wiederum löst künstliche Zugewinne und Verluste bei anderen Kryptowährungen aus, die historisch an die Preisentwicklung von BTC gekoppelt sind.  Wir wollen nicht, dass aus dem nichts geschaffene digitale Coins die Finanzmärkte verzerren.  Wenn jemand einen Stablecoin (auf BSV oder einer anderen Plattform) ausgibt, sollten die zugrundeliegenden Vermögenswerte verifizierbar und prüfbar sein, um sicherzustellen, dass jeder Dollarwert eines Stablecoins wirklich durch einen entsprechenden Dollar an realen Geldern oder liquiden Mitteln gedeckt ist.

Proaktive Regulierung kann Bitcoin zum Wachstum verhelfen

Oft wird geglaubt, dass die Regulierung nur das Handeln der Akteure einschränkt.  Gesetze können aber auch dazu dienen, das Wachstum der Technologie proaktiv zu fördern.  Wir setzen uns zum Beispiel für Gesetze und Regierungsrichtlinien ein, die für Folgendes sorgen:

  • Schaffung wirtschaftlicher Anreize für Unternehmer und Start-ups, die die Blockchain-Technologie einsetzen möchten
  • Schaffung von Sandbox-Programmen, die es Start-ups ermöglichen, als Unternehmen für digitale Vermögenswerte zu experimentieren, bevor sie eine vollständige behördliche Genehmigung erhalten müssen
  • Unterstützung für Unternehmen, die mit Kryptowährungen und digitalen Vermögenswerten arbeiten, um Bankdienstleistungen zu erhalten, z. B. durch die Schaffung einer neuen Bankkategorie, die eindeutig befugt ist, Dienstleistungen für Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten zu erbringen (wie es der US-Bundesstaat Wyoming getan hat)
  • Anerkennung von Bitcoin [SV] als gesetzliches Zahlungsmittel oder als zulässiges Zahlungsmittel im jeweiligen Geltungsbereich
  • Zulassung der Verwendung von Bitcoin [SV] zur Zahlung von Unternehmens- oder Privatsteuern
  • Anerkennung der Durchsetzbarkeit von Smart Contracts (der US-Bundesstaat Arizona hat dies bereits getan)
  • Anerkennung von Blockchain-Aufzeichnungen von Unternehmen und Gerichten

Dr. Craig Wright und ich stehen in zunehmendem Maße mit Regierungsvertretern in Kontakt, um sie in solchen Angelegenheiten zu beraten.  Wir prüfen und kommentieren Gesetzesentwürfe.  Und wir laden zum Dialog ein.  Unser Ziel ist es, Gesetzgeber und Regierungsbehörden darüber aufzuklären, wie Kryptowährungsunternehmen verantwortungsvoll reguliert werden können, während gleichzeitig das innovative Wachstum gefördert wird. 

Jede Technologie kann sowohl für gute als auch für schlechte Zwecke eingesetzt werden.  Wie sich das Bitcoin-System entwickelt – und ob es den rechtlichen Rahmen unterstützt–, wird über seinen Erfolg entscheiden.  Wir wollen, dass große Unternehmen und Milliarden von Menschen weltweit Bitcoin nutzen, gerade weil es mehr Transparenz und Ehrlichkeit in die Welt bringt.  Aus diesem Grund schafft BSV endlich den regulierungsfreundlichen Bitcoin, so wie er schon immer sein sollte.


Jimmy Nguyen ist Gründungspräsident der Bitcoin Association, der globalen Wirtschaftsorganisation   für das Business rund um Bitcoin, welche Bitcoin SV unterstützt.   Nguyen war früher CEO der nChain Group, dem weltweit führenden Unternehmen für Beratung, Forschung und Entwicklung von Blockchain-Technologien. Jetzt ist er Vorsitzender des strategischen Beratungsgremiums.   Nguyen ist ein ehemaliger Anwalt, der über 21 Jahre im Bereich geistiges Eigentum und digitale Technologien in den USA tätig war. Er war Partner in drei großen Anwaltskanzleien.  Nguyen wurde 2008 (im Alter von nur 36 Jahren) von Lawdragon zu einem der „500 führenden Anwälte in Amerika“ ernannt und als „Dynamo-Talent“ beschrieben.“ 

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